Schraubertips
Jeder hat einmal mit dem Reparieren und Schrauben klein angefangen und auch ich wurde (leider) nicht mit dem Hazet-Schlüssel in der Wiege geboren. Wenn man (oder natürlich auch frau) bisher über eher weniger Erfahrungen verfügt, so kann man leicht an diverse Dingen verzweifeln und gibt, besonders wenn man alleine schraubt, zu schnell auf. Deshalb nun hier erstmal einige allgemeine Tips und Ideen um halbwegs professionell und gut zu schrauben. Sie erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit:
Scheut euch bitte auch hier nicht vor Ergänzungen und Verbesserungen.
Allgemeines, Team-Schrauber:
Generell muß auch ich, als überzeugter Bastler gestehen, daß
es einige Reperaturen gibt, die es sich nicht lohnt selber zu
machen bzw. die nicht alleine machbar sind. Natürlich hängt das
immer von den Möglichkeiten und der Erfahrung/Ahnung die man hat
ab. Deshalb sollte man versuchen schon im vorraus abzuschätzen
ob eine Reperatur für sich selber lohnt. Dabei helfen kann neben
Literatur auch das Forum. Viele Leute haben diese oder jene
Reperatur schon einmal gemacht und wissen, was da auch einen
zukommt. Deswegen vorher erkundigen und schlau machen.
Ich habe selber die Erfahrung gemacht, das man gerade wenn man
alleine schraubt manchmal zu schnell aufgibt, wenn man nicht
weiterkommt oder weiß oder sich schlicht und einfach nicht
traut, diese oder jene Verschraubung zu lösen, da man sich nicht
sicher ist ob das nicht schief geht. Bastelt man dagegen zu
zweit, dann bietet das viele Vorteile. Zunächst ergänzt man
sich oft gegenseitig mit seinen Fähigkeiten und Kenntnissen und
zudem baut man einander auf. Weis der eine einmal nicht weiter,
dann vielleicht der andere oder umgekehrt. Gibt man alleine bei
einem Problem auf ("Mist, ich weis nicht weiter, ich trau
mich nicht zu hebeln, das geht kaputt") geht es zu zweit oft
einfacher ("Ach, das geht schon, versuch doch mal!")
und schließlich stellt man fest, das es sich tatsächlich nur um
eine Snap-in Verbindung handelte Ich werde es nie vergessen, wie
mein bester Freund und ich oft in nächtlichen Sessions
geschraubt haben. Da haben wir ganz gemütlich so um acht
angefangen, etwas music, ein Bier und ab ging das. Zwischendurch
kamen Kumpels vorbei und halfen mit. so ein Abend kann besser
sein, als sic in der Disco vo einer fetten Bassbox zudröhnen zu
lassen. Deswegen Leute... schraubt im Team!
Die Lokalität für den Eingriff
Der Ort des Schraubens, er sollte wohl überlegt sein. Bei vielen
Arbeiten reicht eine freie Fläche draußen, wo man das Auto
abstellen kann und rundhrum ausreichend Platz hat um Werkzeug
oder Ersatzteile abzulegen. Natürlich sollte es dann draußen
hell, trocken und halbwegs warm sein. Jeder der schon einmal bei
Temperatren unter 5°C im Freien repariert und geschraubt hat,
weis wie stark kaltes Metall die Wärme aus den Fingern saugen
kann. Ideal ist natürlich eine überdachte, womöglich noch
geheizte Werkstatt mit ausreichender Beleuchtung, Werkbank und
sauberem Boden. Wer über keinerlei Möglichkeiten verfügt, kann
auch auf eine sogenannte Selbsthilfe-Werkstatt zurückgreifen.
Diese finden sich in jeder etwas größere Stadt. Man kann dort
einen Arbeitsplatz manchmal aber auch sogar Werkzeug und andere
Hilfsmittel "auf Zeit" anmieten.
Für viele Arbeiten am Auto ist es nötig unter den Wagen zu
kommen. Das der W124 leider nicht gerade über besonders viel
"Beinfreiheit" verfügt, muß er entweder angehoben
werden oder der Mensch, der an ihm arbeiten will abgesenkt werden.
Erstes geschieht entweder mittel einer Hebebühne über die
privat wohl die wenigsten Menschen verfügen werden oder mit
Hilfe von Wagenheber oder Auffahrrampen. Bei der Methode mit dem
Wagenheber ist unbedingt zu beachten, das der Wagen zusätzlich
durch solide Unterstellböcke abgestützt wird bevor sich jemand
unter ihn wagt.
Werkzeug und andere
Schrauberhilfen:
Das Werkzeug, bei vielen Schraubern fast so gut gehütet wie der
Wagen selbst, wenn nicht gleich besser. Mit Werkzeug meine ich an
dieser Stelle sowohl rein mechanisches (Schlüssel,
Schraubendreher, etc.) wie auch elektrische (Bohrmaschine, etc)
Wer vorhat öfters zu schrauben und sein Werkzeug länger zu
benutzen oder auch einmal unter widrigen Verhältnissen (Feuchtigkeit,
etc.) tut gut daran sich solches guten Qualität von namenhaften
Herstellern zuzulegen. Zu diesen zählen zum Beispiel die großen
deutschen wie Hazet, Geodore oder auch Carolus und Wera für
mechanisches und fie Firmen Fein und Metabo für die elektrischen.
Zu welcher der oben genannten Marken man nun letztendlich greift,
das ist persönliche Geschmackssache.
Klar, jedesmal wenn man alleine für einen 17er Maulschlüssel
oder ähnliches einen zwani oder mehr los wird schmerzt das im
Portemonnaie. Auch das in einem kompletten Satz gutem Werkzeug
Unmengen von Geld stecken kann ist irgendwie verrückt, aber
jeder der schon einmal mit billigem Baumarktwerkzeug gearbeitet
hat wird wissen, warum es Sinn mach sich einmal vernünftiges
Werkzeug zuzulegen. Aus meiner eigenen Erfahrungen und der von
Freunden weis ich, wie nervig und auch gefährlich billiges
Werkzeug sein kann. Jeder der schon mal mit einem solchen
Koplettset für 89,95 gearbeitet hat weis was ich mein. Da bricht
beim vorsichtigem Hebel der Schraubenzieher Griff ab und man hat
die scharfen Bruchkanten fast in der Hand, da rutscht die Knarre
durch oder der 13er Schlüssel versaut das Gewinde, weil er
durchrutscht, da er schlicht und einfach nicht präzise genug
gefertigt ist. Solche Probleme geschehen bei qualitativ höherwertigem
Werkzeug nicht und auch wenn man mal das berühmte zöllige Rohr
auf einen Schlüssel oder die Knarre steckt um eine festsitzende
Verbindung mit mehr Gewalt zu lösen, dann geben diese Werkzeuge
nicht gleich nach.
Zudem bieten Qualitäts-Werkzeuge weitere Vorteile: Aufgrund der
höheren Oberflächengüte fangen sie nicht gleich an zu rosten,
wenn sie mal mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Neben der schon erwähnte höheren Festigkeit, sind sie präzise
gefertigt. Da paßt ein 13er halt auch zu 8er Mutter und wackelt
nicht groß rum. Zudem sind sie wertbeständig und bei ein bißchen
Pflege (hier und da etwas Öl und trockene Lagerung) halten sie
sich über Jahrzehnte. Ich persönlich arbeite zum Teil mit über
30 Jahre altem Werkzeug, welches schon im Handwerksbetrieb meines
Großvaters Verwendung fand: Es ist nach wie vor in einwandfreiem
Zustand. Ich bin mir sicher, an diesem Werkzeug werden sich auch
noch meine Kinder erfreuen, wenn sie es denn nutzen wollen....
Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß sich für solche,
die seltener schrauben und für die das höchste der Gefühle
eine Ölwechsel ist, auch das eben billigere Werkzeug ausreicht.
Wer sehr selten zu Knarre und Schlüssel greift, für den lohnt
sich teures Werkzeug vielleicht auch nicht. Aber letztendlich muß
sich hier eh jeder seine eigene Meinung bilden. Ich kann nur die
Erfahrungen weitergeben, die ich gemacht habe.
Standardwerkzeug:
Hier einmal eine Auflistung der Standardwerkzeug, mit denen man
schon ziemlich viele Reparaturen durchführen kann:
Ergänzungen könnten folgende Werkzeuge sein:
Flüssige Helfer:
Festsitzende Verbindungen:
Jeder der schon etwas länger schraubt kennt das Problem: Das
sitzt diese verflixte Mutter unter der Karre. Ursprünglich
handelte es sich um eine 8er, nun nach diversen Versuchen ist
allerhöchsten noch ein dreieinhalbkant-rundgezogener-verosteter-Rundniete
erkennbar. Durch diverse Versuche mit verschiedenen Schlüsseln,
Nüssen und anderen Werkzeugen ist sie nun beinah endgültig
versaut...
Technisches & Maße
In Deutschland und vielen anderen Ländern wir einheitlich das
metrische Maßsystem für Schrauben, Muttern und Werkzeuge
verwendet. Eine Schraube kannn zum Beispiel die Bezeichnung: M 10
x 40 oder M 10 x 1 x 40 tragen. Hierbei entspricht:
M = Kenzeichnung für metrisches
Gewinde
10 = Außendurchmesser des Gewindes in mm
1 = die Gewindsteigung, sie wird nur bei Abweichungen bei Fein-
oder Grobgewinden angegeben
40 = die Länge des Schraubenschaftes in mm
Viele Schrauben besonders am Motor dürfen nicht einfach bis nur "angeknallt" werden frei nach dem Motto "nach Fest kommt Ab", sondern sie müsen mit bestmimten Drehmomenten angezogen werden. Das hat den Zweck, das sie sich zum Beisüiel bei Erwämung noch dehnen können oder die Bauteile nicht verzogen werden.
Hier einmal die gängigen Drehmomente für metrische Schrauben.
| Gewinde | M6 | M8 | M10 | M12 | M14 |
| Drehmoment nM | 10 | 20 | 35 | 70 | 100 |
Generell ist aber bei wichtigen Schrauben immer vorher das spezielle Drehmoment zu erfragen.
Rost und Co:
Zu diesem Kapitel verweise ich auf das in den Links
stehende Rostschutzforum. Dort finden sich mehr als
genug Informationen zum Thema Rost und dessen Möglichkeiten der
Beseitigung.
Last but not least: Unfallverhütung
Folgende Infos hören sich sicherlich etwas wie der wink mit dem
Zeigefinger an, aber jedr muß sich immerwieder dazu zwingen
gewisse Schutzmaßnahmen einzusetzten um kleinere oder größere
Verletzungen zu vermeiden.
Gerade bei Aktionen wie "mal eben" oder "nur mal
schnell" verletzt man sich oft. Jeder kennt auch das: Mit
dem Schraubenzieher zum hebeln angesetzt und schon ist es
passiert, abgerutscht und schön an der Hand entlang. Damit sowas
nicht vorkommt sollten immer wenn nötig Arbitsschutzhandschuhe
getragen werden.
Bei allen Arbeiten, wo unter dem Fahrzeug gearbeitet wird, ist es absolut notwendig, den Wagen ausreichend gut und sicher abzustützen. Die Unterstellböcke oder Auffahrrampen sind so zu stellen, daß das Fahrzeug nicht seitlich wegrutschen kann. Wenn möglich immer den Gang einlegen und die Handbremse anziehen. Schutzbrillen sind überall empfehlenswert, wo mit Flex oder ähnlichem gearbeitet wird. Möglichst eine völlig geschlossene einsetzten.